40 Jahre DRC - eine Jubiläumsfeier!
Am 2./3. August war das hessische Örtchen Rauischholzhausen Treffpunkt für alle sechs Retrieverrassen. Das zum Ort gehörende Schloss (Bild) bildete mit seiner weitläufigen Parkanlage nach englischem Vorbild einen wunderbar passenden und festlichen Rahmen für das Jubiläum.
Die dort lebenden Menschen haben uns Retrieverbegeisterte freundlich, ab und an auch etwas verwundert aufgenommen, wenn sie an den Autokennzeichen erkennen konnten, welch weiten Weg manche auf sich genommen hatten. Sie nahmen regen Anteil am Geschehen und taten alles ihnen Mögliche, damit das Fest eine rundherum gelungene Veranstaltung werden konnte. Herr Brandenstein, stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde, hielt am Abend eine humorige, in eigene Reime gefasste Festtagsrede, auf deren Abdruck in der nächsten Clubzeitung sich der Leser schon heute freuen darf.
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Musikalische Akzente setzten die Jagdhornbläser des Jagdvereins "Hubertus Gießen und Umgebung". |
Die Meldezahlen für die verschiedenen Aktivitäten sprengten sämtliche Erwartungen. Am Samstag, dem Tag der Retrieverarbeit, nahmen 270 Hunde am Working-Test teil. Für das Stellen und Bewerten der Aufgaben wurde die stattliche Anzahl von 14 Richtern benötigt. Die Richter (Bild) der international zusammen gesetzte Gruppe waren eigens aus England, Österreich, Dänemark, der Schweiz, Belgien, Schweden und natürlich auch Deutschland angereist. Am Sonntag richteten 4 Showrichter aus Schweden, den Niederlanden und Deutschland sogar 280 Retriever. Etwa 125 weitere Hunde erlebten aktiven Spaß mit ihren Führern bei den parallel verlaufenden "Funny Dog Games".
Bei diesen Zahlen konnte man sich schon fragen, wie alles in einem festen Zeitrahmen klappen konnte! Ein gut auf einander eingespieltes Team unter der Leitung von Wolfgang Vergiels hatte mit 1½ Jahren Planungsvorlauf eine geradezu perfekte Organisation der Veranstaltung bewerkstelligt. An die 40 Helfer machten alleine am Samstag den Working Test zu einer gelungenen Sache, indem sie Dummies warfen oder Schüsse abgaben. Aber auch indem sie Richter und einzelne Teilnehmergruppen betreuten, Gesamtpunktzahlen errechneten und Urkunden erstellten, sorgten sie für einen insgesamt reibungslosen Ablauf.
Klar, dass es auch mal die eine oder andere kleinere Panne gab! Doch im Grunde merkte man davon wenig; dank vieler Funkgeräte und des "Oberhelfers" Stephan Steidl, der mit seinem Fahrrad herumflitzte und seine Helferteams optimal steuerte und versorgte, lösten sich die Problem in Luft auf. Auch Eva Berg (Bild), die immer ein offenes Ohr, den Ablaufplan griffbereit und das Handy am Gürtel hatte, trug als Organisatorin des Working-Tests ganz wesentlich zum Gelingen bei.
Die von den Richtern bereits am Vortag festgelegten abwechslungsreichen Aufgaben boten allen Klassen Möglichkeiten, ihr Können auch im Schatten oder Wasser (Bild) zu zeigen, so dass die Hitze nicht zum Problem wurde. Auch die Zuschauer fanden immer wieder schattige Plätzchen zum Verweilen und hatten gute Möglichkeiten, die jeweiligen Hunde bei den Aufgaben zu beobachten. Es lag eine positive, gelassene Stimmung in der hochsommerlichen Luft.
Der Festabend wurde eingeleitet durch den geschlossenen Einzug der Teilnehmer mit ihren Hunden auf den geburtstäglich dekorierten Schlossvorplatz, untermalt durch das Spiel der "Heidelberger Pipes & Drums" (Bild), drei Schotten, die mit Dudelsack und Trommel das Wochenende begleiteten. Der 1. Vorsitzende, Prof. Dr. Thomas Wilk (Bild), leitete die Festreden ein mit einem Überblick über die Geschichte des DRCs. Wie bei einem solchen runden Geburtstags nicht anders denkbar, wurden anschließend verdiente Mitglieder und Förderer sowie die Richter der Workingtests des Tages gewürdigt. Die Prämierung der einzelnen Sieger ihrer Klassen wurde humorvoll angereichert durch die Schaffung eines ganz besonderen Apportierpreises, dessen Geschichte Sie später hier und in der Jubiläumsausgabe der Clubzeitung werden nachlesen können.
Nach dem "offiziellen" Teil des Festabends wurde dann das leckere Büffet eröffnet, das keinen Schlemmerwunsch offen lies (450 Teilnehmer bewältigte die Küche). Die irische Folkband "Finnegan" und die "Pipes & Drums" begeisterten die Zuhörer mit ihrem Spiel, ihren Liedern und Balladen bis in die Nacht.
Wer dachte, dass es nicht noch besser werden konnte, der irrte! Getragen von der positiven Stimmung des Festabends ging es gut gelaunt am sonntäglichen Ausstellungstag weiter. Unter der Zuchtschauleitung von Ulla Wagner-Thier beurteilten vier Richter die sechs anwesenden Retrieverrassen in den unterschiedlichen Klassen und Zuchtgruppen. Das Junior Handling wurde humorvoll, aber nicht weniger zielgerichtet von Dagmar Winter bewertet. Auch hier hieß es "der Beste möge gewinnen, aber beim nächsten Mal kannst schon Du der Sieger sein". Beeindruckend waren auch die vorgestellten Veteranen. Hier war zu sehen, dass Retriever bis ins hohe Alter eine "gute Figur" machen können. Die Deckrüdenparade beeindruckte so manchen Besucher, gab es doch zu jedem Hund von Sylvia Sponholz eine kleine Beschreibung seiner Abstammung und bisherigen Arbeitsleistungen.
Den ganzen Tag sah man wieder überall dort, wo es Not tat, emsige Helfer, die zusätzlich Schatten spendende Zelte aufbauten, kühlende Getränke schleppten - kurzum, einfach da waren, um es den teilnehmenden Hundefreunden angenehm zu machen.
Fast hätte ich's vergessen - die "Funny Dog Games": Ein Team der Landesgruppe Südwest unter Achim Beringer hatte einen kreativ gestalteten, für Hund und Mensch auflockernden, Spaß machenden Parcours ausgearbeitet. Geschicklichkeit, Bewegungsfreude, Abstimmung auf den Partner waren gefragt. Egal, ob reiner Familien-, Field-Trial-, Show- oder Arbeitshund: Alle zeigten hier ihre Stärken und Schwächen. Aber eins hatte ein jeder: riesigen Spaß an diesen Spielen!
Zum Schluss der zweitägigen Geburtstagsfeier gab es dann noch die Ehrung der Sieger der "Work & Show"-Bewertung. Über 140 Gespanne hatten an der Kombination teilgenommen und damit gezeigt, dass die Erfüllung des Rassestandards eine positive Arbeitsauffassung nicht ausschließt.
Blicke ich auf das Wochenende zurück, so erwarte ich voller Freude das 50. DRC Jubiläum!![]()
Marion Oberender

