Labrador-Retriever
Erscheinungsbild
Der Labrador ist ein kräftig
gebauter, mittelgroßer Hund mit breitem Kopf und deutlichem Stop. Ein rassetypisches Merkmal stellt die
"Otterrute" dar: sehr dick am Ansatz, sich allmählich zur Rutenspitze hin verjüngend,
rundherum mit kurzem dickem Fell bedeckt. Auch das stockhaarige Haarkleid zeigt ein für diese Rasse
typisches Erscheinungsbild: kurz, dicht, hart, nicht wellig, mit guter Unterwolle. Die ideale Schulterhöhe
beträgt für Rüden ca. 56 - 57 cm, für Hündinnen ca. 54 - 56 cm.
Der Labrador wird
in den Farben Schwarz, Gelb und Braun gezüchtet. In einem Wurf können alle drei Farben
vorkommen.
Der in Deutschland immer mehr
beliebte "Field-Trial-Labrador" zeigt, da er vornehmlich für die Arbeit gezüchtet wird, ein
etwas anderes Erscheinungsbild. Dieser Labradortyp ist leichter gebaut, besitzt einen schmaleren Kopf mit meist
langem Fang und wenig Stop. Er hat weniger Brusttiefe und ist häufig im Rücken
länger.
Das Wesen
Der Labrador ist ein aktiver und arbeitsfreudiger Hund. Er liebt Menschen, besonders Kinder. Untypisch und laut
Standard unerwünschte Eigenschaftern sind Wach- und Schutztrieb sowie Schärfe. Wer einen scharfen,
wachsamen Hund sucht, wäre von einem typischen Labrador enttäuscht.
Der Labrador möchte
seinem Besitzer gefallen. Die Engländer nennen diese Eigenschaft "will to please". Diese, auch im
Rassestandard geforderte Eigenschaft zeichnet vor allem die "Field-Trial-Labradors" aus und ist in der
Regel mit einem sensibleren Wesen verbunden.
Ausbildung
Seine vielgepriesene Leichtführigkeit bedeutet nicht, dass er sich von selbst erzieht. Der Tatsache, dass
der Labrador zu einem großen kräftigen Hund heranwächst, sollte man von Anfang an Rechnung
tragen. Er ist psychisch belastbar, benötigt aber meist keinen harten Ausbildungsdrill. Unterstützung
bei der Ausbildung findet man auf den zahlreichen Übungsplätzen des DRC.
Geschichte der Rasse
Die Vorfahren unseres heutigen
Labradors hatten ihren Ursprung nicht - wie vom Namen her vermutet werden könnte - auf der gleichnamigen
Halbinsel Kanadas, sondern in Neufundland. Es wird angenommen, dass der St.-John's-Hund sein Urahn ist. Die
ersten wirklich gezielten Zuchtversuche mit Nachkommen dieser St.-John's-Hunde fanden in den achtziger Jahren
des 19. Jahrhunderts in England und Schottland statt. Um 1899 soll in einem schwarzen Wurf erstmals ein gelber
Welpe geworfen worden sein. Gelbe Welpen galten zunächst als untypisch und wurden meist getötet. In späteren
Jahren fand sowohl der gelbe als auch der braune (chocolate) Labrador seine Liebhaber.
In Deutschland wurde
1966 der erste Labradorwurf beim VDH eingetragen.
Zuchtziele - Gesundheit
Zuchtziel im DRC ist ein gesunder, wesenssicherer, leistungsfähiger Hund, der dem FCI-Standard entspricht. Erbliche Defekte und Krankheiten werden daher erfasst und systematisch bekämpft. Der Labrador ist in der Regel ein gesunder Hund. Wie aber bei den meisten Hunderassen gibt es auch bei ihm Erbkrankheiten.
Man findet erbliche Erkrankungen des
Bewegungsapparates wie Hüftgelenksdysplasie (HD) und Osteochondrosis (OCD). Auch erbliche Augenkrankheiten
wie die Progessive Retina Atrophie (PRA) oder der Hereditäre Catarakt (HC) können vorkommen.
Das Zuchtziel "retrievertypisches Wesen" versuchen die Züchter dadurch zu erreichen, dass sie ihren Nachwuchs (ab dem 13. Monat oder wenn der Hund geschlechtsreif ist) an einem Wesenstest nach "Schweizer Muster" teilnehmen lassen. Für Zuchttiere ist die Teilnahme verbindlich.
Um die für den Labrador eigentlich typische Leistungsbereitschaft zu erhalten, muss beim DRC bei einer
Paarung wenigstens ein Partner eine jagdliche Prüfung oder eine der Prüfungen abgelegt haben, die vom
Anforderungsprofil her dem Wesen des Labradors entsprechen.
Verwendung
Der Labrador ist von Haus aus ein
Jagdhund. In England wird er vorwiegend für Arbeiten nach dem Schuss, v. a. auf Flugwild, eingesetzt. Der
deutsche Jäger hat für ihn häufig vielfältigere Einsatzbereiche: Er wird also z. B. auch für
die Schweißarbeit bei den häufig anfallenen Totsuchen auf Schalenwild eingesetzt - oder aber zum
Buschieren. Dies ist eigentlich eine typische Arbeit vor dem Schuss, die in England eher von Spaniels erledigt würde.
Als Jagdhund zeichnen den Labrador vor allem seine enorme Wasserfreudigkeit, seine Führigkeit, seine gute
Nase, seine Ausdauer und sein ausgeprägter Apportiertrieb aus.
Der DRC bietet jagdlich interessierten
Führern verschiedene jagdliche Prüfungen an.
Der Labrador eignet sich darüber hinaus für eine Reihe anderer
Aufgaben. So zeigt er sehr gute Leistungen als Blindenführhund. Auch als Rettungshund bei Katastrophen
wie Erdbeben, als Lawinensuchhund und nicht zuletzt als Spürhund bei Polizei und Zoll findet er Verwendung.
Obwohl als "Gebrauchshund" gezüchtet, führt heute ein großer Teil der Labradore das Leben eines reinen Familienhundes. Tatsächlich besitzt er viele Eigenschaften, die ihn hierfür geradezu prädestinieren. Trotzdem sollten Labradorbesitzer niemals vergessen, dass ihr Hund für ein aktives Leben voller Aufgaben gezüchtet worden ist.
Der DRC trägt dieser Tatsache Rechnung. Er bietet auf seinen Übungsplätzen Trainingsmöglichkeiten unterschiedlichster Art an.
Derjenige, der all dieses nicht möchte, trotzdem aber einen Labrador kauft, sollte seinem Hund wenigstens während des täglichen Spazierganges einige, möglichst wechselnde Apportieraufgaben stellen.
Ein Labrador, der sein Dasein ausschließlich im Vorgarten fristet oder nur zu Prestige- oder
Dekorationszwecken angeschafft wurde, ist ein trauriger Labrador - und eben ein armer Hund
...
Anforderungen an den zukünftigen Labradorbesitzer
Der Labrador eignet sich für
aktive Menschen, die weite Spaziergänge bei jeglichem Wetter nicht scheuen; die den Labrador als richtiges
Familienmitglied ansehen und bereit sind, die Zeit und Mühe zu investieren, die notwendig ist, um ihm ein
rassegerechtes Leben zu ermöglichen. Nur dann kann er all seine guten Eigenschaften zeigen. Er eignet sich
keinesfalls für ausschließliche Zwingerhaltung ohne jegliche Ansprache. Natürlich kann er auch
mal ein paar Stunden alleine bleiben. Am liebsten möchte er jedoch mit seinen Bezugspersonen zusammen sein.
Als Welpe und Junghund sollte der Labrador wenig Treppen steigen müssen. Er gehört zu den Hunden, die schnell wachsen und ein Gewicht erlangen, das sich bei zusätzlichen Belastungen schädigend auf die noch nicht ausgereifte Knochen auswirkt.
Lesen Sie auch den F.C.I. Rassestandard des Labrador-Retrievers.
Unsere aktuellen sowie eventuell geplante Würfe finden Sie hier.
Weitere Auskünfte zum Labrador Retriever bekommen Sie beim Zuchtwart oder bei der Zuchtkommission.
